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Bild 03: Osteochondrosis dissecans an der inneren Oberschenkelrolle



Bild 04: Stadien der
Osteochondrosis Dissecans




Bild 05: Mit 2 Schrauben
fixierter OD-Herd

   

Knie / Osteochondrosis Dissecans (OD)

1. Allgemeines zum Kniegelenk
1.1 Allgemeines zu Funktion und Anatomie
2. Krankheitsbilder Knie


2.1 Gonarthrose - Abnützung des Kniegelenkes
2.2 Arthrose des Kniescheibengelenkes
2.3 Osteochondrosis Dissecans (OD)
2.4 Knorpelschäden
2.5 Abnützungsbedingte Meniskus Schäden - Meniskus Verletzungen2.6 O-Bein Fehlstellung
2.7 X-Bein Fehlstellung
2.8 Entzündungen des Kniegelenkes (Gonarthritis)


2.3. Osteochondrosis Dissecans (OD)

Allgemeines
Die OD betrifft nahezu ausschliesslich die Gelenkrollen des Oberschenkelknochens. Die Erkrankung spielt sich in dem Bereich ab wo Gelenkknorpel mit darunterliegendem Knochen verbunden ist. Durch eine Schädigung des unmittelbar unter dem Knorpel befindlichen Knochens kommt es zu einer Verletzung der Blutgefäße des Knochens. Ohne Blutversorgung stirbt der betroffene Knochen ab.
 
Anatomie
Die Problematik betrifft vorwiegend die innere (mediale) Gelenkrolle, da dieser Gelenkanteil aufgrund mechanischer Gegebenheiten normalerweise deutlich mehr Körperlast übernimmt. Dies bedeutet dass das betroffene Gelenkareal unter permanenter Belastung steht. Derartige Läsionen heilen daher normalerweise nicht spontan ab.

Die stadienhafte Entwicklung der Erkrankung entspricht im Wesentlichen der Chondromalazie (Grad I – IV).

Siehe Bild 03 - OD an der inneren Oberschenkelrolle
Siehe Bild 04 - Stadien der Osteochondrosis Dissecans

Ursachen
Ein Zusammenhang zwischen wiederkehrenden Verletzungen oder vermehrter Belastung des Kniegelenkes wird angenommen, lässt sich aber nicht schlüssig beweisen. Bei einem Großteil der betroffenen Patienten tritt die Erkrankung ohne diese Risikofaktoren auf.

Die Erkrankung kann ab dem jungen Erwachsenenalter an auftreten, betrifft aber meist Patienten bis zum 50. Lebensjahr. Vereinzelt entwickelt sich die Erkrankung aus einer nicht ausgeheilten „Juvenilen Osteochondrosis Dissecans“.

Symptome
• Anfänglich geringe belastungsabhängige Schmerzen
• Lokaler Druckschmerz
• Gelenkreiben
• Schwellneigung
• Gelenkblockierungen, Beuge- oder Streckhemmung
möglich sofern freie Gelenkkörper auftreten

Diagnostik
• Anamnese (Befragung nach Schmerzintensität, -dauer -lokalisation etc.)
• Klinische Untersuchung
- im Anfangstadium häufig unauffällig
- Schmerzlokalisation
- Beweglichkeit, Beuge- / Streckhemmung
- Gelenkreiben
• Knochenszintigramm
• Magnet-Resonanz-Tomografie

Behandlung

Konservative Therapie

In frühen Stadien der Erkrankung sollte immer ein konservativer Therapieversuch angestrengt werden. Dieser beinhaltet insbesondere die konsequente Entlastung der betroffenen Extremität durch die Verwendung zweier Gehilfen, vereinzelt in Kombination mit einer Schiene (Orthese) welche eine.  Symptomatisch analgetische Maßnahmen sind bei Bedarf angezeigt.

• Konsequente Entlastung, 2 Gehhilfen
• Ev. Schienenbehandlung (maximale Streckung und
Beugung des betroffenen Kniegelenkes soll verhindert werden)
• Orale Schmerztherapie, NSAR

Operative Therapie
Arthroskopie (Gelenkspiegelung)

In manchen Fällen wird zur Entscheidungsfindung welche operative Maßnahme anzuwenden ist eine Gelenkspiegelung durchgeführt. Abhängig von Lokalisation und Größe des OD-Herdes ist u. U. auch eine arthroskopische Behandlung möglich.

Arthrotomie (offenen Gelenkoperation)
- arthroskopisch kein genauer Überblick über die Läsion
- Herd zu groß oder zu schwierig für arthroskopische Operation

Refixation des Herdes
- Liegt der Herd in der Belastungszone des Gelenkes sollte dieser, wenn möglich refixiert werden. Da häufig der Herd nicht mehr genau in sein Bett passt, und der betroffene Knochen stark verdichtet ist und aufgeraut werden muss, ist dies meist schwierig.

- Meist deutlich bessere Gelenkfunktion als durch eine Entfernung des Herdes

Osteo-Chondrales Autotransplantat
- Der Chirurg entnimmt meist aus einem nicht belasteten Areal, (donor site) des betroffenen Kniegelenkes (meist sehr weit aussenseitig und oben gelegen) Knochen (Osteo) und Knorpel (Chondro) und transplantiert das „graft“ in die entsprechend vorbereitete Läsion.

- Der transplantierte Knorpel muss bündig zu seiner Umgebung sein und denselben Radius der Knorpeloberfläche aufweisen.

- In einem gewissen Prozentsatz kommt es zu Beschwerden im Bereich der Knochen-Knorpel-Entnahmestelle.

Siehe Bild 05 - Mit 2 Schrauben fixierter OD-Herd

Postoperative Rehabilitation
• motorgetriebene Bewegungsschiene verwendet
(CPM-continous passive motion).
• Entlastung mit 2 Gehhilfen für 12 Wochen
• Orale Schmerztherapie
• Physiotherapie für die Dauer der postoperativen Entlastung
- Dehnungs- und Kräftigungsübungen
- Bewegungsübungen

Eine Vollbelastung kann in den meisten Fällen 4 Monate nach
dem Eingriff erfolgen.